Categories: Umwelt, Energie

Ersatz von Palmöl durch andere Öle keine Lösung

Vergleich der Ertrag-pro-Fläche-Bilanz

Grafik: Supress (No. 5667)

sup.- „Der simple Austausch von Palmöl durch andere Pflanzenöle löst die Probleme nicht, sondern kann sie sogar verschlimmern“, so lautet das Fazit der WWF-Studienleiterin Ilka Petersen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der Beratungsfirma Agripol im Auftrag der Umweltschutzorganisation WWF (World Wide Fund For Nature). Der bereits herrschende Umwandlungsdruck auf natürliche Flächen wie Wälder, Feuchtgebiete oder Savannen würde sich durch den Ersatz von Palmöl verschärfen. Grund hierfür ist die im Vergleich zu anderen Pflanzenölen mit Abstand überlegene Ertrag-pro-Fläche-Bilanz von Ölpalmen. Der Ertrag an Rohöl beträgt bei Palmen pro Hektar rund 3,3 Tonnen, bei nachhaltig bewirtschafteten Plantagen sogar bis zu acht Tonnen. „Der Ertrag von Soja liegt bei nur 0,4 t Öl/ha, der von Kokosnuss und Sonnenblumenkernen bei etwas unter 0,7 t/ha und bei Raps bei leicht über 0,7 t/ha“, bestätigt die WWF-Studie. Für die in Deutschland jährlich genutzten rund 1,8 Mio. Tonnen Palmöl werden knapp 400.000 Hektar Anbaufläche, vorwiegend in den Produktionsländern Malaysia und Indonesien belegt. „Würde man Palmöl durch einen Mix aus Raps-, Sonnenblumen-, Kokos- und Sojaöl ersetzen, so würde Deutschland das 5-fache an Fläche benötigen“, so der WWF. Hinzu kommt: Palmöl verfügt über eine Reihe einzigartiger Charakteristika, so dass es auch unter technischen Aspekten in etlichen Bereichen kaum zu ersetzen ist.

„Es führt daher kein Weg daran vorbei, den Anbau von Ölpflanzen ausnahmslos umwelt- und sozialverträglicher zu gestalten“, fordert Ilka Petersen. Dazu können auch die Konsumenten beitragen, indem sie beim Kauf von Produkten mit Palmöl darauf Wert legen, dass Öl aus zertifiziertem Anbau genutzt wird. „Wir haben beobachtet, dass die seit 2014 bestehende Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel schon viele Unternehmen dazu bewegt hat, zertifiziertes Öl zu verwenden“, sagt Petersen. Allerdings zeigt eine aktuelle Greenpeace-Analyse von 14 weltweit agierenden Markenherstellern, dass es bei dem Engagement der Unternehmen pro transparent rückverfolgbarem Palmöl noch erhebliche Unterschiede gibt ( www.greenpeace.de/themen/walder/musli-mit-bitterem-beigeschmack).

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