Körperlich aktive Kindheit fördern
sup.- Der Kampf gegen den Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen muss gesundheitspolitisch einen höheren Stellenwert bekommen. Das fordert Rolf Buchwitz, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland/Hamburg. Aufgrund der veränderten Lebenswelt durch die Vielzahl der Bildschirm-Medien werden vermehrt attraktive Bewegungsangebote in Kitas, Schulen und Sportvereinen benötigt. Aber auch die Eltern sind gefordert: „Wir müssen Kindern den Bewegungs-Virus so früh wie möglich einpflanzen“, appelliert Prof. Ingo Froböse, Leiter des Zentrums für Gesundheit durch Sport und Bewegung an der Deutschen Sporthochschule Köln. Motorische Reize, die in den ersten zwölf Jahren nicht gesetzt werden, könnten nicht wieder aufgeholt werden.
Laut der AOK-Familienstudie 2014, bei der über 1.500 Personen mit mindestens einem Nachwuchs im Alter von vier bis 14 Jahren befragt wurden, haben inzwischen 20 Prozent der Kinder gesundheitliche Beschwerden und jedes vierte gilt als übergewichtig. Dabei zeigte sich, dass Eltern, die sich oft zusammen mit ihrem Kind bewegen, gesündere Kinder haben. Probleme wie Bauch-, Rücken- oder Kopfschmerzen, Nervosität und Einschlafstörungen treffen bei ihnen nur auf 17 Prozent der Kinder zu. Dieser Anteil liegt hingegen bei Eltern, die nur mindestens einmal pro Monat oder nie mit ihren Kindern gemeinsam körperlich aktive Tätigkeiten wie Radfahren, Spaziergänge oder Sport unternehmen, bei 29 Prozent. Die Zahlen unterstreichen eindrucksvoll, wie wichtig die Rolle der Eltern als Bewegungs-Vorbilder ist. In der heutigen Zeit, in der zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen von Kindern und Jugendlichen das Sitzen vor dem Computer oder TV-Gerät gehört, ist die Motivation der Erziehungsberechtigten zu regelmäßiger körperlicher Aktivität eine ganz wesentliche Aufgabe. Sie bildet die Basis, um eine gesunde Entwicklung des Nachwuchses zu fördern. Und wie die AOK-Studie belegt, besteht hier ein erheblicher Nachholbedarf: Nur gut ein Drittel der Eltern bestätigt derzeit, dass sie sich täglich zusammen mit ihrem Kind bewegen. Anregungen, um dieses Niveau zu heben, gibt z. B. das mehrsprachige, von Experten konzipierte Ratgeber-Portal www.komm-in-schwung.de.
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