Ein Plädoyer für den Mittelstand

Wenn die Gleichmacherei um sich greift

Unternehmer und „Manager“, zwei verschiedene paar Schuhe! (Bildquelle: @shutterstock)

Motor der Deutschen Wirtschaft, Rückgrat der Volkswirtschaft bis hin zum heimlichen Weltmarktführer, erhält der Deutsche Mittelstand allerlei Auszeichnungen. Zumindest verbal und zumeist seitens der Politik – sofern es öffentlichkeitswirksam ist. Der wirkliche Rückhalt für die Leistungsträger unserer Gesellschaft aber schwindet immer mehr.

Mehr als 99 % der Unternehmen in Deutschland zählen laut der Daten des statistischen Bundesamtes zur Gruppe der KMU (Kleine und Mittelständische Unternehmen). 80 % davon sind Kleinst-Unternehmen mit bis zu 9 Mitarbeitern und bis 2 Millionen Euro Jahresumsatz. Dabei entfällt gerade mal 36 % des gesamten Umsatzes deutscher Unternehmen auf den gesamten Mittelstand. Mit diesem Wert wirtschaftet der Deutsche Mittelstand; er unterhält seine Mitarbeiter, er investiert so gut es geht und schafft es, aus diesem Wert sogar noch den Löwenanteil (84,2 %!!!!) an Ausbildungsplätzen zu tragen. Das ist eine Leistung, die gewürdigt werden sollte. Aber allzu oft werden genau die Leistungsträger, in einen Topf mit Heuschrecken, absahnenden Wirtschaftsbossen und unfähigen Konzernlenkern gesteckt. Nicht unbedingt nur von der Medienlandschaft, sondern oft genug von deren Konsumenten.

Der Respekt und die Anerkennung für die harte Arbeit des wirklichen Leistungsträgers, ganz zu schweigen vom Verständnis für eine gerechte Entlohnung, schwindet immer mehr. Denn die Führungskraft wird seitens der öffentlichen Meinung mit „Managern“ gleich gesetzt, die sich in den letzten Monaten mitnichten einen guten Ruf erworben haben. Da werden wirtschaftliche Grundsätze aus den Angeln gehoben und Boni in Millionenhöhe ausgezahlt, auch wenn Verluste eingefahren werden. Meldungen, bei denen sich auch der Mittelständische Firmenlenker und Kleinunternehmer die Haare rauft.

Aber die wirklichen Leistungsträger, also die, welche tatsächlich die Hauptlast der Leistung tragen, findet man vor allem im Mittelstand. Ohne den Mittelstand fehlt uns in Deutschland 55 % der gesamten Wirtschaftsleistung und 15,7 Millionen Arbeitsplätze. Diese werden durch die harte Arbeit von Unternehmern geschaffen und erhalten. Es sind die Unternehmer genau dieses Mittelstandes, die mit vollem Risiko ihres Hab und Guts diese Leistung vollbringen. Unternehmer, deren wöchentlicher Arbeitseinsatz schnell 60 Stunden übersteigt und deren Nächte nicht immer von ruhigem Schlaf gekennzeichnet sind. Sie investieren in den Standort Deutschland, erarbeiten Innovationen, die unserem Fortschritt zu Gute kommen und stiften ganz nebenbei noch dem Gemeinwohl. Dieser Unternehmer unterscheidet sich eklatant vom „Manager“ in großen Konzernen, der sich Boni entnimmt, auch wenn die Leistung nicht stimmt. Und genau hier muss auch die Deutsche Öffentlichkeit wieder klarer unterscheiden lernen. Denn der Wohlstand unserer Zeit ist und war nie selbstverständlich. Wohlstand ist immer das Produkt von Leistung und gesundem Finanzmanagement. Heutzutage muss ein Arbeitnehmer ein Vielfaches dessen erwirtschaften, was er am Monatsende auf seinem Konto vorfindet. Erwirtschaftet er weniger, so muss sich der Arbeitgeber von ihm lösen. Auch hierfür sollte für mehr Verständnis in der Öffentlichkeit geworben werden. Keine Leistung, keine Entlohnung. Das ist das Gesetzt der Wirtschaft. Und das gilt nicht nur für den Arbeitgeber. Eine Wohlfahrtspolitik hat noch niemandem geholfen. Ob im Kleinen oder Großen; sie ist zum Scheitern verurteilt. Man kann nur das ausgeben, was man verdient. Und selbst dafür muss man als Unternehmer wie auch als Arbeitnehmer ein Vielfaches davon erwirtschaften. Denn allein schon Steuern und Inflation nehmen sich ihren Anteil.

Der Unternehmer im Deutschen Mittelstand und der „Manager“ der Konzerne und Finanzinstitute, das sind zwei verschiedene paar Schuhe. Es gibt schwarze Schafe. Und leider sind es genau diese, welche immer den größten Anklang und die dicksten Schlagzeilen in unserer Medienlandschaft finden. Der Arbeitgeber aber, der mit seiner Arbeit ein Unternehmen aufbaut oder weiterführt und Arbeitsstellen schafft und sichert, dieser Mensch hat unsere Anerkennung und unseren Respekt verdient. Lassen Sie uns daran arbeiten, dass hier die Gleichmacherei nicht weiter um sich greift. Denn dann vergrämen wir noch die letzten Leistungsträger aus unserer Mitte.

Bringt unseren Kindern die Grundgesetze des Wirtschaftens bei und nicht die Regeln eines Wohlfahrtsstaates. Würdigt die Arbeit der wirklichen Leistungsträger und nicht derer, die sich über Titel und Lobbyismus Millionen erkaufen. Dann haben wir wieder eine Chance, der wirtschaftliche Motor eines gesunden(den) Europas zu sein.

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