Categories: Umwelt, Energie

Die falsche Palmöl-Diskussion:

Biosprit oder Schokolade?

sup.- Ökologische Verantwortung ist richtig und gut. Sowohl in der Praxis als auch in der Diskussion läuft sie jedoch oft in eine falsche Richtung. Ein prominentes Beispiel: Palmöl in der Schokolade, das dem Produkt eine besondere Konsistenz gibt, steht in der Kritik. Zahlreiche Verbraucher glauben, aus ökologischer Verantwortung, konkret zum Schutz der Regenwälder, auf solche Produkte verzichten zu sollen. In den Supermarkt sind sie allerdings mit dem Auto gefahren, in dem Palmöl als Biokraftstoff verbrannt wird. Ein eindrucksvoller Widerspruch.

Derzeit werden rund 46 Prozent des von der EU eingeführten Palmöls zur Herstellung von Biodiesel genutzt. Im Tank des Autos glauben viele Menschen mit Biosprit etwas Gutes zu tun. Hier ist es „Bio“. So werden dann auch hydrierter Sprit aus Raps, Soja und Sonnenblumen sowie Ethanol aus Mais, Weizen oder Zuckerrüben in den Zylindern verbrannt. In den Nahrungsmitteln, für die solche Pflanzen eigentlich vorgesehen sind, gelten die Öle daraus dann allerdings nicht mehr als „Bio“, sondern als Problem.

Tatsache ist dagegen, dass die Nahrungsmittelwirtschaft bei der Umsetzung ökologischer Verantwortung beispielhaft ist. Im Jahr 2004 ist auf Initiative des WWF der „Runde Tisch für nachhaltiges Palmöl“ (RSPO) gegründet worden. Hier wurden Standards und Prinzipien festgelegt, um eine sozialere und umweltverträglichere Palmöl-Produktion zu fördern. Rund ein Fünftel des weltweit hergestellten Palmöls ist mittlerweile über den RSPO zertifiziert. Deutschland ist mit einem Anteil von über 70 Prozent bei der Verwendung von zertifiziertem Palmöl im Vergleich zu anderen europäischen Ländern vorbildlich. Seit 2009 untersucht der WWF im zweijährigen Rhythmus die Nutzung des zertifizierten Rohstoffes. 44 Prozent der befragten Unternehmen in Deutschland setzen vollständig oder teilweise zertifiziertes Palmöl ein. 88 Unternehmen von ihnen verwenden sogar zu hundert Prozent zertifizierte Ware. Verbraucher können den deutschen Palmöl-Check unter www.wwf.de einsehen. Hier sind die rein deutschen Unternehmen erfasst. Bei den internationalen Herstellern, die nachhaltiges Palmöl verwenden, sind Unternehmen wie Danone, Ferrero oder Kellogg“s in der beispielhaften Spitzengruppe. Auch hier lassen sich die Daten unter wwf.panda.org einsehen.

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