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„Der Jazz ist nicht tot“ – Uli Lenz im Interview

Lenz ist ein Global Player unter Europas Spitzenpianisten im Jazz.

Uli Lenz

Uli Lenz ist ein Global Player unter Europas Spitzenpianisten im Jazz. Sein phantasiereiches Spiel und mächtiger Drive brachten ihn auf die wichtigsten Bühnen in fast allen Ländern der Welt. Ob USA, Europa oder Asien, heute ist Lenz von den internationalen Bühnen nicht mehr wegzudenken. Lenz ist ein Perfektionist, der die lauten Töne genauso wie die leisen und gefühlvollen beherrscht. Am 7.März spielt Uli Lenz mit seinem Trio 105 in Berlin: „Wabe“ Danziger Str. 101 in 10405 Berlin. Weiter Informationen finden Sie unter Uli Lenz

I. Die Originale, die großen Jazzer, sind verschwunden – Oscar Petersen, Dizzy Gillespie, Ella Fitzgerald. Ist mit ihnen auch der Jazz gestorben?

Der Jazz ist nicht tot, wenngleich er schon hin und wieder eine Infusion nötig hätte. Jazz hat sich für viele andersartige Musikrichtungen geöffnet, um sich seines Nischencharakters zu entledigen. Die Infusion, die ich meine zielt ab auf mehr Eindeutigkeit seinen Klang betreffend.

II. Was meinen Sie mit Eindeutigkeit des Klangs?

Ich denke, dass vieles im zeitgenössischen Jazz nur noch eine Orientierung hin zu Jazzelementen ist. Purer Jazzsound müsste sich wieder in eindeutiger Form herausbilden, wie beispielsweise Farbgebung der Töne und Phrasierung.

III. In einer globalisierten Welt wird Kunst und Musik von allen Stilrichtungen beeinflusst. Wie schimmert diese Beeinflussung auch in Ihren Kompositionen auf Ihrer neuen CD „Thinking about you“ durch? Trio 105

Nein, das höre ich bei mir nicht durch. Ich versuche, meine Originals in seinem Jazz-Idiom zu verankern, das heißt Swing, Balladen und Latin. Ich lasse also Themen aus Opern, klassischem Repertoire und Chansons außen vor. Ich fühle mich am besten, wenn meine Musik als reinrassiger Jazz verstanden wird.

IV. iTunes, Amazon, Musikload oder andere Online-Musik haben die klassische CD fast verdrängt. Vergeht Ihnen nicht die Lust am Produzieren von CD´s?

Ein bisschen schon, aber die Lust kommt dann schon wieder, wenn das rote Lämpchen blinkt. Außerdem wäre diese Frage noch viel eindeutiger von meinem Produzenten zu beantworten. Wichtig ist jedenfalls, dass man in der Brandung steht und nicht umfällt.

V. Heute hören wir nur noch Musik, während wir etwas anderes machen: Autofahren, Einkaufen oder Joggen. Musik ist damit beliebiger geworden – trifft das auch auf den Jazz zu?

Ja, natürlich. Das geht manchmal schon so weit, dass viele Neu-Hörer zunächst denken, Jazz sei eigentlich ein Auto, oder Dizzy sei ein neues Deodorant.

VI. Mit ihrem Trio 105 begeistern Sie das Publikum und beweisen immer wieder: Jazz macht Spaß. Wieso hält sich das Vorurteil, Jazz sei elitär und todernst so hartnäckig?

Das ist ja gar kein Vorurteil, es stimmt. Unser Stück vom Kuchen ist immer noch denkbar klein, und die Jazz-Musik fordert oft das Letzte vom Spieler wie auch vom Publikum. Musiker und Hörer sollten hochkonzentriert sein, aber ist das nicht der Reiz an der Sache?

VII. Was macht Sie glücklich?

„Get Happy“, gespielt von Art Tatum,
„Rumble in the Jungle“ mit dem unvergleichlichen Muhammed Ali,
die vierflügelige Libelle und die Polyrhythmik von Elvin Jones.
Uli Lenz Bildquelle:kein externes Copyright

PR und Bühnenbau

Kontakt:
AH
Ute Wiepel
Kufsteiner Str. 51
10825 Berlin
0170 183 1551
online@info-wiepel.com
http://www.ulilenz.com

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