Bei den neuen oralen Antikoagulantien entfällt die routinemäßige Überprüfung der Gerinnungshemmung
Viele Herzpatienten sind es gewohnt: Sie nehmen Arzneimittel zur Blutverdünnung, damit sich keine Thromben bilden und zu einem neuen Schlaganfall führen. Gängig sind Vitamin-K-Antagonisten.
Nach Untersuchungen von David Gladstone, Wissenschaftler am Sunnybrook Research Institute in Toronto (Canada), wird ein Großteil der Patienten mit bekanntem Vorhofflimmern – mit und ohne Schlaganfall oder TIA in der Vorgeschichte – nicht ausreichend mit Vitamin-K-Antagonisten versorgt. Bei Patienten mit Vorhofflimmern und einem ersten Schlaganfall spricht er von 90% der Patienten, die nicht optimal mit Vitamin-K-Antagonisten versorgt sind.
Gründe können sein, dass Vitamin-K-Antagonisten einen langsamen Wirkungseintritt, ein schmales therapeutisches Fenster und ein individuell unterschiedliches Ansprechen haben. Durch die Einnahme bestimmter Nahrungsmittel kann es zu Wechselwirkungen und deshalb auch zu Wirkungsschwankungen kommen. Daher muss die Einnahme von Vitamin-K-Antagonisten und die Einstellung der Gerinnungsparameter regelmäßig ärztlich überprüft werden.
Neue orale Antikoagulantien sind für bestimmte Herzpatienten – gerade bei einer Neueinstellung – eine bessere Alternative, sich vor Thromben und einem erneuten Schlaganfall zu schützen. Sie wirken direkt an der Gerinnungskaskade, z.B. am Faktor Xa (gesprochen: Faktor Zehn A). Ihr Vorteil: eine routinemäßige Überprüfung der Gerinnungshemmung anhand der „international normalized ratio“ – kurz INR-Wert – ist nicht mehr erforderlich.
Weitere Informationen und weiterführende Links zum Thema Schlaganfall und Thromboseprophylaxe finden sich kostenlos im eJournal MEDIZIN ASPEKTE im Artikel mit dem Titel “ Bei Vorhofflimmern verweisen DGN-Leitlinien auf neue orale Antikoagulanzien “
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