Hybride Heizsysteme haben Marktpotenzial

Das Power-to-Heat-Konzept in Hybridheizungen mit Öl-Brennwertkessel. Grafik: IWO

Aktuelle Fragen der Ölheiztechnik rund um die Themenbereiche hybride Energie- beziehungsweise Heizsysteme, die Definition von Premium-Heizöl und Entwicklungstendenzen bei flüssigen biogenen Brennstoffen prägten das 8. Ölwärme-Kolloquium, das am 14. und 15. Oktober 2015 in Hamburg stattfand. Redner von Viessmann und des Instituts für Wärme- und Oeltechnik waren überzeugt davon, dass hybride Energie- beziehungsweise Heizsysteme künftig an Bedeutung gewinnen können. Aktuelle Öl-Brennwertheizungen lassen sich mit erneuerbaren Energien zu Hybridheizungen kombinieren. Oft wird Solarthermie als Variante gewählt, doch Wärme und Strom wachsen zunehmend zusammen, so dass Power-to-Heat auch für Individualheizungen aufgrund größerer Flexibilität immer attraktiver wird. Unter Power-to-Heat wird sowohl die Nutzung von Strom aus hauseigenen Photovoltaik-Anlagen als auch von überschüssigem, „abgeregeltem“ Strom aus dem Energienetz zur Unterstützung der Wärmeversorgung verstanden. Hilfreich für Brennwertheizungen wie Hybridsysteme kann ihre Online-Anbindung sein. Sie ermöglicht und erleichtert die Überwachung und Regelung von Heizungsanlagen, das heißt sowohl für die Wartung und Fehleranalyse durch den SHK-Betrieb als auch die Statusbetrachtung und Steuerung durch den Hausbesitzer aus der Ferne. Beispiele für die bestehenden technischen Möglichkeiten stellte Buderus Deutschland vor.

In der Podiumsdiskussion zum Thema „Premium-Heizöl: Braucht die Branche einheitliche Anforderungen?“ stellten Vertreter von Additivherstellern, der Mineralölwirtschaft und der Heizungsindustrie fest, dass „Premium-Heizöl“ kein geschützter Begriff ist. Sie beleuchteten unterschiedliche Facetten des Themas und waren sich einig, dass eine einheitliche Definition von Premium-Heizöl wünschenswert sei, um die Vorteile qualitativ guter Heizöle für die Verbraucher transparent zu machen. Fragen der Kennzeichnung des Brennstoffs und der Erfüllung nachweisbarer Qualitätskriterien, die beispielsweise die Betriebssicherheit von Heizungen unterstützen, konnten in der Diskussion nicht abschließend geklärt werden.

Hydriertes Pflanzenöl ist ein alternativer Brennstoff, der unter bestimmten Voraussetzungen auch im Wärmemarkt eingesetzt werden könnte. Erste Forschungsergebnisse zu stofflichen und produktionstechnischen Fragen der Markteinführung wurden vom Oel-Waerme-Institut und der Technischen Universität Bergakademie Freiberg vorgestellt. Veranstaltet wurde das Ölwärme-Kolloquium vom OWI Oel-Waerme-Institut (http://www.owi-aachen.de) und dem Institut für Wärme und Oeltechnik (http://www.zukunftsheizen.de)(IWO).

Über die OWI Oel-Waerme-Institut GmbH
Das OWI erforscht und entwickelt als gemeinnützige, freie Forschungseinrichtung in Zusammenarbeit mit Partnern aus Industrie und Forschung Konzepte und Technologien auf dem Gebiet der Wärme- und Stromerzeugung. Der Schwerpunkt liegt auf der energieeffizienten und schadstoffarmen Nutzung flüssiger fossiler und regenerativer Brenn- und Kraftstoffe. Das Ziel ist die Entwicklung neuer, marktfähiger Produkte. Das OWI ist ein An-Institut der RWTH Aachen und versteht sich als Mittler zwischen Grundlagenforschung und Anwendung. Im Rahmen des Technologietransfers bearbeitet das OWI sowohl aus öffentlichen Fördermitteln finanzierte Projekte als auch industrielle Forschungsaufträge. Zu den Kunden gehören beispielsweise Hersteller von Haushaltsheizungen, Unternehmen der Automobilzulieferindustrie, der Mineralölwirtschaft und des Industrieofenbaus.

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