70 Tage bis zum Ende der Milchquote – was kommt danach?

(Mynewsdesk) Berlin, 20.01.2015 – „In 70 Tagen läuft am 1. April 2015 nach 31 Jahren die Milchquote in Deutschland aus und damit die Mengenregulierung der Milchproduktion in der EU. Der Milchmarkt geht damit einen wichtigen Schritt in Richtung Liberalisierung und unternehmerisch gestalteter Milchproduktion und Verarbeitung in Deutschland“, erläutert Dr. Karl-Heinz Engel, Vorsitzender des Milchindustrie-Verbandes im Rahmen des traditionell stattfindenden „Milchpolitischen Frühschoppen“ anlässlich der Grünen Woche in Berlin. Die endgültige Entscheidung über das Ende der Quote geht jedoch schon bis in das Jahr 2003 zurück, so dass dieser Schritt für alle Beteiligten nicht überraschend kommen sollte. Die durch die Politik angestrebte sanfte Landung („soft landing“) zeichnet sich jedoch derzeit nicht ab.

Die deutschen Milcherzeuger haben in den letzten zwei Jahren mit hohen Milchpreisen ihre Milchproduktion erneut auf Rekordniveau gesteigert, mussten dafür aber auch hohe Aufwendungen leisten. So war allein durch die deutschen Landwirte das letzte abgeschlossene Quotenjahr 2013/2014 eine Überschussabgabe von rund 160 Millionen Euro an Brüssel zu zahlen (EU: 409 Mio. Euro). Und auch für dieses laufende letzte Quotenjahr zeichnet sich eine neue Rekordanlieferung an Milch (D: +3,2 %; EU: 4,3 % in 2014) gegenüber den Vorjahren ab. Die deutschen und europäischen Milcherzeuger werden daher im Spätsommer 2015 auch eine neue Rekordsumme von gar 1 Mrd. Euro nach Brüssel überweisen müssen.

Neben der Superabgabe sind gerade für Milcherzeuger, die in der Produktion von Milch ein Zukunftsmodell sehen, in der Vergangenheit hohe Kosten durch den Kauf von Lieferrechten entstanden. So wurde besonders in den letzten Börsenterminen vor Auslaufen der Quote nochmals intensiv in den Kauf von Lieferrechten investiert. „Insgesamt haben allein die deutschen Milcherzeuger fast 4 Milliarden Euro rund um die Quote in den letzten Jahren ausgegeben. Geld, was in Zukunft auf den Höfen bleibt“, führt Dr. Engel weiter aus.

Ab 1. April 2015 sind alle Höfe nun wieder quotenfrei und es gelten die vertraglichen Bestimmungen (z.B. Vertrag, Satzung) zwischen Erzeuger und Verarbeiter. Die deutschen Molkereien werden in der Folge jedoch unabhängig von der Marktsituation kein System zu Mengenregulierung auf Erzeugerebene implementieren. Für die Molkereien besteht damit eine Herausforderung für die Zukunft, gemeinsam mit Ihren Milcherzeugern Instrumente zu entwickeln oder bereits bestehende zu verbessern, die eine Planung der Verarbeitungskapazitäten mit der Milcherzeugung zusammenführt.

Unabhängige wissenschaftliche Untersuchungen unterstützen diese Vorgehensweise. Eine Regulierung des Marktes funktioniert nur mit staatlicher Steuerung, erzeugt Bürokratie und passt nicht in ein marktwirtschaftliches System. Dr. Engel: „Letztlich zeigt auch die Entwicklung des Milchpreises in den letzten Jahren, dass das auslaufende Modell der Quote nicht zu höheren Preisen führt – Angebot und Nachfrage auf nationalen wie internationalen Märkten machen den Preis und werden das auch in Zukunft tun.“

Die Molkereien in Deutschland sind auf das Quotenende gut vorbereitet und konzentrieren sich auf die Verarbeitung und den Markt, der, trotz Volatilität der Preise, durch die globalen Megatrends gute Perspektiven für die Milcherzeugung und Vermarktung auch auf internationaler Ebene bietet.

Weitere Informationen rund um Milch finden Sie unter:

www.milchindustrie.de (http://www.milchindustrie.de) , www.meine-milch.de (http://www.meine-milch.de)

Diese Pressemitteilung (http://www.mynewsdesk.com/de/milchindustrie-verband-e-v/pressreleases/70-tage-bis-zum-ende-der-milchquote-was-kommt-danach-1107276) wurde via Mynewsdesk versendet. Weitere Informationen finden Sie im Milchindustrie-Verband e.V. (http://www.mynewsdesk.com/de/milchindustrie-verband-e-v) .

Shortlink zu dieser Pressemitteilung:
http://shortpr.com/1z3qtb

Permanentlink zu dieser Pressemitteilung:
http://www.themenportal.de/essen-trinken/70-tage-bis-zum-ende-der-milchquote-was-kommt-danach-25371

Der Milchindustrie-Verband e.V. (MIV) repräsentiert etwa 100
leistungsstarke, mittelständische Unternehmen der deutschen Milch- und
Molkereiwirtschaft. Diese stellen mit einem Jahresumsatz von rund 25
Milliarden Euro mit den größten Bereich der deutschen
Ernährungsindustrie dar.

Kontakt

Dr. Björn Börgermann
Jägerstraße 51
10117 Berlin
+49 30 4030445-30
boergermann@milchindustrie.de
http://shortpr.com/1z3qtb

Hasselwander-PR

PR-Neuigkeiten: Das individuelle Partnernetzwerk

Share
Published by
Hasselwander-PR

Recent Posts

Sound Healing im Hotel Green Ocean Zanzibar – Hotel Sansibar

Hotel Sansibar: Hotel Green Ocean Zanzibar erweitert sein Angebot um Sound Healing für ganzheitliche Erholung…

10 Stunden ago

Mauerwerkstrocknung per Injektionsverfahren

Die Vallovapor-Gruppe verzeichnet starke Nachfrage Neues Geschäftsfeld macht bereits 15 Prozent des Unternehmensumsatzes aus –…

11 Stunden ago

Dachauer Volksfest (08.08. – 17.08.2026)

Auf geht’s nach Dachau zum Dachauer Volksfest Dachauer VolksfestWenn am 8. August Tausende die Straßen…

11 Stunden ago

Dürfen Großeltern nach der Trennung ihre Enkel sehen?

Großeltern spielen mit ihren Enkelkindern (Symbolbild) (Bildquelle: @pexels)Wenn Oma und Opa ihre Enkel nicht mehr…

11 Stunden ago

Die Wachau auf dem Teller und im Glas: Neue Kulinarik im Steigenberger Hotel & Spa Krems.

(Bildquelle: Steigenberger Hotels GmbH)Mehr als eine neue Speisekarte! Das Steigenberger Hotel & Spa Krems hat…

12 Stunden ago

Hotelgäste wollen nicht mehr Technik – sondern besseren Service

Warum digitale Angebote heute über die Gästezufriedenheit entscheiden Digitalisierung in der HotellerieBad Oeynhausen, Juli 2026…

12 Stunden ago