Warum hybride Arbeit jetzt zur Kostenfrage wird
Wenn das Homeoffice zur Dachgeschoss-Sauna wird, gewinnt das Büro kurzfristig an Attraktivität. Gleichzeitig zeigt die Sommerhitze, wie wichtig belastbare Daten zur tatsächlichen Büroauslastung sind: Während vielerorts in Deutschland die 30-Grad-Marke erreicht wird, steigt parallel der Kostendruck auf Unternehmen. Laut Statistischem Bundesamt lag die Inflationsrate im April 2026 bei 2,9 Prozent; Energieprodukte verteuerten sich im Jahresvergleich um 10,1 Prozent. Der neue Desk Sharing Index 2026 von deskbird zeigt: Die durchschnittliche Schreibtischauslastung in deutschen Unternehmen liegt bei nur 31 Prozent.
Herr Cossu, bei über 30 Grad wird Remote-Arbeit für viele Beschäftigte zur Belastung. Wird das Büro im Sommer wieder attraktiver?
Ivan Cossu: Ja, aber nicht automatisch. Hitze kann kurzfristig verändern, wie attraktiv einzelne Arbeitsorte wahrgenommen werden. Wer zuhause in einer schlecht isolierten Dachgeschosswohnung arbeitet oder keinen gut ausgestatteten Arbeitsplatz hat, empfindet das Büro an heißen Tagen möglicherweise als Entlastung – etwa durch klimatisierte Räume, bessere technische Ausstattung oder ruhigere Arbeitsbedingungen.
Gleichzeitig darf man daraus keine pauschale Rückkehrlogik ableiten. Nicht für alle ist der Weg ins Büro bei Hitze attraktiver, gerade wenn Pendeln in überfüllten oder aufgeheizten öffentlichen Verkehrsmitteln dazukommt. Entscheidend ist deshalb nicht: alle zurück ins Büro. Entscheidend ist: Unternehmen sollten verstehen, wann das Büro für Mitarbeitende tatsächlich Mehrwert bietet – und wann nicht.
Gleichzeitig steigen Energie- und Betriebskosten. Was bedeutet das für die Büroplanung?
Ivan Cossu: Unternehmen müssen Büroflächen heute stärker als strategische Ressource betrachten. Gerade bei steigenden Kosten ist es problematisch, wenn Flächenplanung noch auf Annahmen basiert. Wer nicht weiß, wann und wie Arbeitsplätze genutzt werden, kann weder belastbar entscheiden noch sinnvoll optimieren. Unser Desk Sharing Index zeigt, dass Schreibtische in deutschen Unternehmen im Schnitt nur zu 31 Prozent ausgelastet sind. Das ist kein Randthema, sondern ein klarer Kostenfaktor. Klassische 1:1-Modelle passen nicht mehr zur Realität hybrider Arbeit.
Was zeigen die aktuellen deskbird-Daten konkret?
Ivan Cossu: Die Schreibtischauslastung konzentriert sich weiter stark auf die Wochenmitte. Dienstag und Mittwoch sind mit jeweils 36 Prozent die stärksten Tage, Donnerstag folgt mit 34 Prozent. Der Freitag fällt mit 19 Prozent deutlich ab. Das zeigt: Viele Unternehmen betreiben ihre Büros noch nach einer Fünf-Tage-Logik, obwohl die tatsächliche Nutzung längst anders aussieht.
Was heißt das praktisch für HR und Facility Management im Sommer?
Ivan Cossu: HR und Facility Management sollten saisonaler denken. Es geht nicht darum, Menschen bei Hitze zurück ins Büro zu beordern. Gerade im Sommer können auch stickige Bahnen, lange Pendelwege oder aufgeheizte Innenstädte gegen einen Bürotag sprechen. Unternehmen sollten deshalb keine pauschalen Regeln schaffen, sondern attraktive und planbare Optionen.
Die zentrale Frage lautet: Was brauchen Mitarbeitende an bestimmten Tagen wirklich, damit das Büro einen Mehrwert bietet? Das können gut gekühlte Arbeitsbereiche sein, ausreichend Meetingräume für Teamtage, Rückzugsorte für konzentriertes Arbeiten oder genau die Services, die an stark genutzten Tagen gebraucht werden.
Gleichzeitig hilft diese Planung, Kosten zu senken. Wenn die Nachfrage an bestimmten Tagen dauerhaft niedrig ist, können Unternehmen Flächen konsolidieren, Services gezielter einsetzen oder einzelne Bereiche temporär schließen. Ressourceneffizienz und Employee Experience schließen sich dabei nicht aus: Im besten Fall werden weniger genutzte Flächen reduziert und stark nachgefragte Bereiche so ausgestattet, dass Mitarbeitende tatsächlich bessere Arbeitsbedingungen vorfinden.
Welche Rolle spielen Daten dabei?
Ivan Cossu: Daten machen hybride Arbeit steuerbar. Viele Unternehmen diskutieren über Büropflicht, Homeoffice-Regeln oder Flächenreduktion, ohne eine belastbare Grundlage zu haben. Workplace Analytics zeigen, wann Büros genutzt werden, welche Tage für Teams besonders relevant sind und wo Flächen ungenutzt bleiben. Wichtig ist: Es geht nicht um Überwachung einzelner Mitarbeitender. Es geht um aggregierte Nutzungsdaten, die bessere Entscheidungen ermöglichen – für Kosten, Zusammenarbeit und Arbeitsqualität.
Was ist Ihr Rat an Unternehmen für die nächsten heißen Wochen?
Ivan Cossu: Unternehmen sollten Hitze nicht als Ausnahme behandeln, sondern als Anlass, ihre hybride Arbeitsstrategie zu überprüfen. Wenn das Büro an heißen Tagen attraktiver wird, ist das eine Chance: für gezieltere Teamkoordination, bessere Flächennutzung und eine Büroplanung, die sich an konkreten Bedürfnissen orientiert – etwa bei der Verfügbarkeit von Arbeitsplätzen, Meetingräumen, Kühlung oder Services vor Ort. . Mein Rat: Nicht mit pauschalen Rückkehrdebatten starten, sondern mit drei Fragen: Wann brauchen Mitarbeitende das Büro wirklich? Welche Tage sind für die Zusammenarbeit relevant? Und welche Flächen verursachen Kosten, ohne genutzt zu werden?
Über deskbird
deskbird ist Europas führende All-in-One-Plattform für Workplace Management – damit Hybridarbeit keine Arbeit macht. Mitarbeitende buchen Schreibtische, Meetingräume und Parkplätze, empfangen Gäste und planen ihre Woche – alles bequem per App, Web, MS Teams oder Slack. deskbird bietet leistungsstarke Analytics für datenbasierte Entscheidungen rund um Flächennutzung, Zusammenarbeit und Bürostrategie. Mehr als 5.000 Büros und über 200.000 User:innen weltweit sparen so Kosten und arbeiten effizienter zusammen.
Kontakt
deskbird GmbH
Sebastian Wiege
Friedrichstr. 22
80801 München
+49 (0)89 / 41 95 99-0
https://www.deskbird.com/de
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